Die Pädagogik

Rudolf Steiner, der Begründer der Waldorfpädagogik, hat uns in seinen Ausführungen zum Menschenbild aus Sicht der Anthroposophie ein umfassendes Werk hinterlassen, das die Grundlage unserer Arbeit im Kindergarten bildet.

Er beschreibt uns darin den Menschen als dreigliederiges Wesen, bestehend aus Körper, Seele und Geist. Er erklärt die Entwicklung dieser Wesensglieder im Laufe der ersten 21 Lebensjahre, von der Geburt bis hin zur Mündigkeit und erläutert, wie wir Erwachsene im Umgang mit den Kindern deren gesunde Entwicklung unterstützen können.

Auf der Suche nach einem gemeinsamen Bild, das unser Wirken im alltäglichen Tun mit den Kindern beschreibt, kam uns pädagogischen Mitarbeiterinnen im Gedanken an diese theoretischen Darstellungen unmittelbar das Motiv des Gartens. Deshalb erscheint uns der Begriff des „Kindergartens”, und auch die aus der Mode geratene Berufsbezeichnung „Kindergärtnerin” durchaus zutreffend. Werfen wir einmal einen Blick auf dieses Bild:

In einem Garten hegen und pflegen, schützen und versorgen die Gärtner/Innen die ihnen anvertrauten jungen Pflänzchen mit allem was sie benötigen, damit sie sich zu kräftigen, aufrechten Pflanzen entwickeln können. Allzu starke Umwelteinflüsse halten die Gärtner/Innen von den jungen Pflanzen fern und stützen diese dort, wo es notwendig erscheint. Auf nährstoffreichem Boden, mit Sonnenlicht und ausreichend Platz herangewachsen, können die Pflanzen dann in einer lauen Brise sanft hin und herwiegen, sind aber auch in der Lage in stürmischen Zeiten der Witterung zu trotzen, können im richtigen Moment zur Blüte gelangen und später reiche Früchte tragen.

Übertragen wir nun das Bild auf unseren Kindergarten: In seiner Einzigartigkeit, die jedes Kind zu etwas Besonderem macht, wollen wir es schützend begleiten und es seinem individuellen Tempo gemäß wachsen lassen, es unterstützen und leiten, wo es unsere Hilfe braucht, um gesund aufzuwachsen.
Eine entsprechend gestaltete Umgebung, die den kindlichen Bedürfnissen gerecht wird und rhythmisch gegliederte Abläufe, bilden den Boden unseres Gartens, der reichlich Nahrung, Anregungen und Möglichkeiten bietet, die Welt in kindgemäßer Form kennen zulernen.

Achtung vor der Schöpfung, Liebe zu den Kindern und Lebensfreude der Erwachsenen im Umfeld des Kindes, bringen Wärme und Licht in seinen Lebensgarten hinein. In der aufmerksamen Begegnung zwischen Kindern und Erwachsenen, in deren liebevollen Wahrnehmung und Fürsorge, liegen Schutz und Raum für Wachstum und Entwicklung zu lebensbejahenden und verantwortungsbewussten Menschen. Unabhängigkeit und Freiheit im Denken und Handeln sind dabei die bedeutsamsten Erziehungsziele der Waldorfpädagogik, die wir bereits im Kindergarten in den Blick nehmen.

Christlich-religiöse Aspekte

Unsere Waldorfkindergärten in Hagen sind im Sinne der anthroposophischen Lehre Rudolf Steiners christlich-religiös und überkonfessionell geprägt. Dies findet seinen Niederschlag im gesamten Leben des Kindergartens. Die meisten Feste im Laufe des Jahres (Link zu Jahresfesten) haben einen christlichen Bezug. Innerhalb des Tagesrhythmus’ gibt es immer Punkte des Innehaltens, z. B. den Morgenspruch, das Danklied oder das Schutzengellied. Doch nicht nur die offensichtlichen religiösen Übungen sind Bestandteil unseres Kindergartentages, auch die staunende und achtungsvolle Haltung gegenüber der Natur und ihren Geschöpfen haben wir als tiefes Anliegen. Das spiegelt sich wieder in der Pflege des Gartens, wo Wetter, Tiere, Pflanzen und Erde beobachtet werden, sowie im Umgang mit den Lebensmitteln, die wir als wertvolle Gabe betrachten. Die Kinder erleben so einen tiefen Zusammenhang mit allen Dingen der Welt und des Kosmos. Dieses Erleben vermittelt ihnen Selbst- und Weltvertrauen.

Konzept

Die Pädagogik

Rudolf Steiner, der Begründer der Waldorfpädagogik, hat uns in seinen Ausführungen zum Menschenbild aus Sicht der Anthroposophie ein umfassendes Werk hinterlassen, das die Grundlage unserer Arbeit im Kindergarten bildet.

Ernährung

Gemeinsame Mahlzeiten – Eine entspannte, familiäre, persönliche Atmosphäre ist den Gruppen in unseren Waldorfkindergärten ganz besonders wichtig.

Was ist Eurythmie

Entstehung und Entwicklung der Eurythmie – Inmitten einer Zeit des geistesgeschichtlichen Umbruchs im Jahre 1912 schuf Rudolf Steiner eine neue Bewegungskunst, die Eurythmie, die als sichtbarer Gesang, sichtbare Sprache verstanden und entwickelt wurde.

Freispiel

Für die erste Freispielphase im Gruppenraum bieten wir den Kindern viele verschiedenartige Spielbereiche an, um ihren jeweiligen Grundbedürfnissen und Spielinteressen entgegen zu kommen:

Garten und Wald

Kinder lieben es, draußen zu sein und zu spielen, herumzutollen und die Geheimnisse der Erde zu erforschen, zu bauen und die Erde und den Sand zu bearbeiten.

Kunst im Kindergarten

„Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.`` - Pablo Picasso -

Märchenkreis

Um einen gesunden Rhythmus leben zu können, muss dieser Zeit nun eine Zeit des Einatmens folgen. Dies ist mit dem Märchenkreis gegeben: Die Kinder sitzen ca. 15 Minuten still und lauschen einer Geschichte.

Morgenkreis

Zum Morgenkreis sammelt die Erzieherin bzw. der Erzieher die Kinder mit einem Lied um sich. Dann werden der Jahres- oder Festeszeit entsprechende rhythmische Reime, Sing- und Klangspiele in bewegte Formen gebracht.

Sinnespflege

Unsere Sinne sind die Tore zur Welt. Sie vermitteln uns alle Eindrücke, die wir benötigen, um unsere Umgebung und uns selber in ihr wahrzunehmen.

Struktur der alltäglichen Arbeit

Das kleine Kind benötigt für eine ungestörte Entwicklung Sicherheit im Alltäglichen. Nur, wenn es dort Kontinuität erlebt, kann es sich entspannt seinem Tun hingeben.

Aktivitäten

Neben den christlichen Jahresfesten, die im Kindergarten gefeiert werden, gibt es weitere „besondere“ Tage, die zum Leben der Kindergartengemeinschaft gehören.